about Portrait

Portrait Fotos ansehen
Über das Foto Portrait

Mich interessiert die Persönlichkeit mehr als die Oberfläche.
Auch deswegen versuche ich immer mit möglichst geringem technischen Aufwand zu fotografieren. Das heisst vor allem mit vorhandenem Licht. Keine Lampen, kein Blitzlicht.
Die Routine eines Models sich ad hoc zu inszenieren muss einem liegen und will gelernt sein.

Trotzdem: Ein fotografisches Portrait kann meiner Meinung nach die Vielseitigkeit einer Persönlichkeit weniger abbilden wie ein Gemälde, wo der Pinsel Facetten des Ausdrucks vermischen kann, die sonst nur in der Fotoserie sichtbar werden.
Das Endprodukt ist jeweils der Blick der MalerIn, der FotografIn auf eine mehr oder weniger unbekannte Person. Ein Bild vom Bild. Im Zeitalter des Selfies kann ich mir ein Bild meiner selbst knipsen, genauso wie ich gerne aussehe und gesehen werden möchte.
Böse gesagt kann auch ein gutes „Portrait“ nur ein bisschen mehr über die Person aussagen als ein Passbild. Müsste es das können sollen.
Und oft frage ich mich, ob denn der Wohnraum mehr aussagen kann,  als das Gesicht.

Wenn ich fotografiere, nehme ich mir viel Zeit um mir und der fotografierten Person den Raum zu geben, von  der Oberfläche ein wenig in die Persönlichkeit zu tauchen. Dafür braucht es gegenseitiges Vertrauen. Einen aufmerksamen, langen Blick auf sich zulassen, braucht Vertrauen.  Im Idealfall wird es ein entspanntes Zusammenspiel von Geben und Nehmen, wo der  Zeitpunkt des Auslösens einen Ausdruck festhält,  in dem die Fotografierte etwas von sich wiederfindet. Auch ich etwas im Foto wiederfinde,  das meinem Eindruck über die Person entspricht.

Mittlerweile fotografiere ich keine Menschen mehr, die aussehen möchten wie ein Model oder Filmstar im Magazin. Das können andere FotografInnen viel besser. Ich mag den persönlichen Ausdruck, mich interessiert die persönliche Seite des Menschen.

Auch „photoshoppe“ ich nicht allglatt, sondern entferne nur vorübergehende Hautunreinheiten. Falten weichzeichne ich selten, jedenfalls nicht um die Person jünger zu retouchieren. Falten schreiben die  bewegte Lebensgeschichte ins Gesicht und auf den Körper. Insofern sind es gerade die Falten, die einen Einblick in die Person geben können – sollte man einen solchen wollen.
Ich jedenfalls finde Falten ohnehin schön.

Wenn aber die Pose als Teil einer (Selbst)Inszenierung im Spiel der (Selbst)Darstellung eingesetzt wird, geht es in den Bereich der künstlerische Performance (siehe Judith Moser).
Das ist spannend.

Hier sehen sie eine Auswahl alter und neuerer Portraits.