GegenStand, Innsbruck

Gegen Stand

GegenStand  ist ein  knitterfreies Fotoprojekt in Kooperation mit  Sieglinde Schauer, das eine künstlerische Auseinander­setzung mit Umwelt- sowie mit sozialen Themen reflektiert.
Projektbeginn: Mai 2019, voraussichtlicher Abschluss  2022
Unfang:
Fotoausstellung im öffentlichen Raum mit Präsentation des Fotobuchs
mobile Ausstellung der einzelnen Bilder
Ausstellung in einer Galerie

Hier gehts zu den  Projektbildern die bereits veröffentlich wurden.

Handstand im zugeschneiten SeeDie Idee für ein gemeinsames Fotoprojekt lieferte ein whatsapp Profilfoto von Sieglinde Schauer.
Nach einem inhaltlichen Austausch entstand ein offenes Konzept.

 

Konzept

Das interaktive und performative Fotoprojekt mit Titel „GegenStand“ von Monika K. Zanolin, Fotografin, in Kooperation mit Sieglinde Schauer, Reitlehrerin, reflektiert deren künstlerische Auseinandersetzung mit Umwelt- und sozialen Themen. Mit einer Ausstellungsreihe im öffentlichen Raum und Präsentation eines Fotobuchs werden die spezifischen Perspektiven der KünstlerInnen durch die einzelnen GegenStände markiert.
In einer skulpturalen Performance verbindet sich Sieglinde Schauer mit ihrem Körper, den Füßen oder Händen mit einem Ort oder Gegenstand und tritt auf diese Weise mit ihrer Umgebung in Interaktion. Monika K. Zanolin setzt diese Begegnung fotografisch um. So entstehen jeweils unterschiedliche Skulpturen, die als „GegenStände“ festgehalten werden.

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt der Motive auf dem Stadtleben in Innsbruck in Zusammenhang mit seiner (natürlichen und sozialen) Umwelt. So können etwa der Umgang der Tourismusindustrie mit (un)berührter Natur, aber auch ungetrübte Lebensfreude an deren Schönheit thematisiert werden. Zu den weiteren Themen zählen z.B. Feminismus, Normativität und Altern. Alle Themen sind alltäglich präsent, brisant und liegen den Künstlerinnen persönlich am Herzen.

Die Skulptur des „GegenStands“ deutet dabei wie ein Wegweiser auf einen „Aussichts-(Stand-)Punkt“ und lädt zum Verweilen ein. Nicht nur um aufzufordern thematisch teilzunehmen, sondern manchmal auch nur der Schönheit der Umgebung selbst willen.

 

Chronologie

Erste Fotoshootings im Mai und Juli 2019. Die ersten Aufnahmen wurden für das Fotobuch Seitenwind zum Fest der Bücher und des Lesens der AEP Frauenbibliotheke zum 40-jährigem Bestehen verwendet. Weitere Veröffentlichungen im August und September 2019 in zwei Österreichischen Printmedien zum Thema Feminismus bzw. Sichtbarkeit verdienstvoller Frauen, Denkmal mit Frau.

Seither wurden viele weitere Aufnahmen an unterschiedlichen Locations in Tirol und Kreta zum genannten Themenspektrum fotografiert.

Projektdaten

GS-GegenStand_Zanolin K. Monika und Sieglinde Schauer

 

 

 


Laufzeit
: Mai 2019 – 2022
Projektleitung/Koordination: Monika K. Zanolin
Konzept, Organisations- Öffentlichkeitsarbeit: Monika K. Zanolin, Sieglinde Schauer
Künstlerische Umsetzung: Monika K. Zanolin, Sieglinde Schauer
Texte: AutorInnen, LyrikerInnen, JournalistInnen, WissenschaftlerInnen und Fachleute aus dem Raum Tirol
Redaktion, Lektorat Fotobuch und Ausstellungstexte: Christine Roner
Layout: Judith Klemenc
Angestrebte Veröffentlichungen: großformatige exklusive und limitiert gedruckte Prints in Vollbild und Detail, Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften, Ausstellung, Fotobuch
Finanzierung: Projekteinreichung bei Stadtpotentiale, BKA – Kunst und Kultur, Katalog-(Vor-)Verkauf, Verkauf von Reproduktions- und Nutzungsrechten
Copyright: Monika K. Zanolin, Sieglinde Schauer

Hier gehts zur Projektbilder-Sammlung die bereits veröffentlich wurden.

GegenStand-Psiloritis-Kreta

 

 

 

 

 

 

über das Portrait

Portrait Fotos ansehen

Grundsätzlich interessiert mich die Persönlichkeit des Menschen mehr als seine Oberfläche, obwohl ich die Kamera nur seine Oberfläche abspeichern kann. Als  Fotografin versuche ich dahinter zu sehen und vielleicht die eine oder andere Schattierung der Persönlichkeit abzulichten.
Beispiele finden sie in meinem letzten analogen Fotoauftrag 1999 auf Film, 52 AutorInnen für den Literaturhaus Kalender 2000
Ich bevorzuge natürliches Licht in Innenräumen, möglichst ohne Lampen, ohne Blitzlicht, gelegentlich mit einem Reflektor. Seit der Umstellung 2000 auf digitale Kameras, gelingen Fotos auch bei wenig Licht und mit wesentlich geringerem technischen Aufwand.

Meist ist es auch für die fotografierte Person angenehmer nicht angestrahlt zu werden. Die Routine eines Models sich ad hoc in grellem Licht zu inszenieren, muss einem liegen und will gelernt sein.

Ein fotografisches Portrait kann die Vielseitigkeit einer Person weniger gut abbilden wie ein gemaltes Portrait, wo der Pinsel viele Facetten des Ausdrucks und der Persönlichkeit vermischen kann, die sonst nur mittels einer Fotoserie sichtbar werden.
Vergleichbar ist das jedoch das Endprodukt;  das Portrait ist der Blick der Fotografin auf eine mehr oder weniger unbekannte Person. Ein Bild vom Bild.

Im Zeitalter des Selfies kann ich mir ein Bild meiner selbst knipsen, genau so wie ich mich mag und gesehen werden möchte. Streng gesagt, kann auch ein „gutes Portrait“ nur ein bisschen mehr über diesen Menschen aussagen als ein Passbild.
Und oft frage ich mich, ob denn ein Bild des Wohnraums eines Menschen mehr über ihn aussagen kann,  als sein in einer hundertstel  Sekunde isolierter Gesichtsausdruck.
Sollte denn das Portrait diesen hohen Anspruch erfüllen müssen.

Wenn ich fotografiere nehme ich mir viel Zeit um ein wenig in die Persönlichkeit zu tauchen. Dafür braucht es gegenseitiges Vertrauen. Einen aufmerksamen, langen Blick auf sich ruhen lassen, braucht Vertrauen.  Im Idealfall wird es ein entspanntes Zusammenspiel von Geben und Nehmen, wo ich im Zeitpunkt des Auslösens ein Ausdruck festhalten kann, in dem sich die fotografierte Person „wiedererkennt“.

Mittlerweile fotografiere ich keine Menschen mehr, die aussehen möchten wie ein Model oder Filmstar im Magazin. Das können andere FotografInnen viel besser. Ich mag den persönlichen Ausdruck, mich interessiert die persönliche Seite des Menschen.

Auch „photoshoppe“ ich nicht allglatt, sondern entferne nur vorübergehende Hautunreinheiten. Falten weichzeichne ich selten, jedenfalls nicht um die Person jünger zu retouchieren. Falten schreiben die  bewegte Lebensgeschichte ins Gesicht und auf den Körper. Insofern sind es gerade die Falten, die einen Einblick in die Person geben können – sollte man einen solchen sichtbar machen wollen.
Ich jedenfalls finde Falten ohnehin schön.

Wenn aber die Pose als Teil einer (Selbst)Inszenierung im Spiel der (Selbst)Darstellung eingesetzt wird, geht es in den Bereich der künstlerische Performance. Das ist spannend.
(siehe Judith Klemenc).