GegenStand, Innsbruck

Gegen Stand

GegenStand  ist ein  knitterfreies Fotoprojekt in Kooperation mit  Sieglinde Schauer, das eine künstlerische Auseinander­setzung mit Umwelt- sowie mit sozialen Themen reflektiert.
Projektbeginn: Juli 2019, voraussichtlicher Abschluss: Dezember 2020

Hier gehts zu den  Projektbildern die bereits veröffentlich wurden.

Handstand im zugeschneiten See

Die Idee für ein gemeinsames Fotoprojekt lieferte ein whatsapp Profilfoto von Sieglinde Schauer.
Nach einem intensiven inhaltlichen Austausch über den eigenen Lebens- und Erfahrungsraum erarbeiteten wir zusammen ein offenes Konzept für ein interaktives und performatives Fotoprojekt.

 

Konzept

In einer skulpturalen Performance verbindet sich Sieglinde Schauer mit ihrem Körper, den Füßen oder Händen mit einem Gegenstand bzw. einem Ort und tritt mit ihrer Umgebung in Interaktion. Ich setze diese Begegnung fotografisch um. So entstehen jeweils unterschiedliche performative Skulpturen – „GegenStände“. Inhaltlich liegt dabei ein Schwerpunkt auf Umwelt und Natur aber auch auf weiteren Themen, wie Feminismus, Normativität und Altern, Behinderung und Armut. Der „GegenStand“ deutet wie ein Wegweiser auf einen „Aussichts-Standpunkt“ zum Verweilen hin. Ein Lesezeichen, eine Merkstelle. Nicht nur um thematisch teilzunehmen sondern manchmal auch nur um der Schönheit der Natur willen.

Veröffentlicht werden sollen großformatige, exklusive und limitiert gedruckte Prints in Vollbild und Detail sowie Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften. Den Höhepunkt des Projekts bildet eine Ausstellung mit der Präsentation des Fotobuchs.

Aktueller Stand

Projektbeginn im Juli 2019 mit dem ersten Shooting, Veröffentlichung von GegenStand (Denkmal mit Frau) im August und September 2019 – ein erstes Foto mit Text in österreichischen Printmedien zum Thema Feminismus bzw. Sichtbarkeit verdienstvoller Frauen veröffentlicht.

Seit September 2019 weitere Aufnahmen an unterschiedlichen Locations in Tirol und Kreta zum genannten Themenspektrum, sowie Auswahl und Bearbeitung der Fotos für exklusive, limitierte und gezielte Veröffentlichungen im Lauf des Jahres 2020 in vielfältiger Form und in verschiedenen Medien.

Projektdaten

GS-GegenStand_Zanolin K. Monika und Sieglinde Schauer

 

 

 


Laufzeit
: Juli 2019 – Dezember 2020
Projektleitung: Monika K. Zanolin
Idee: Sieglinde Schauer
Konzept, Organisation: Monika K. Zanolin, Sieglinde Schauer; Christine Roner
Performative Skulptur: Sieglinde Schauer
Fotografie: Monika K. Zanolin
Texte: AutorInnen, LyrikerInnen, JournalistInnen, WissenschaftlerInnen und Fachleute aus dem Raum Tirol
Lektorat: Christine Roner
Veröffentlichungen: großformatige exklusive und limitiert gedruckte Prints in Vollbild und Detail, Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften, Ausstellung, Fotobuch
Finanzierung: Projekteinreichung, Buch-(Vor-)Verkauf, Verkauf von Prints, Verkauf von Reproduktions- und Nutzungsrechten
Copyright: Monika K. Zanolin, Sieglinde Schauer

Hier gehts zur Projektbilder-Sammlung die bereits veröffentlich wurden.

GegenStand-Psiloritis-Kreta

 

 

 

 

 

 

über das Portrait

Portrait Fotos ansehen

Grundsätzlich interessiert mich die Persönlichkeit des Menschen mehr als seine Oberfläche, obwohl ich die Kamera nur seine Oberfläche abspeichern kann. Als  Fotografin versuche ich dahinter zu sehen und vielleicht die eine oder andere Schattierung der Persönlichkeit abzulichten.
Beispiele finden sie in meinem letzten analogen Fotoauftrag 1999 auf Film, 52 AutorInnen für den Literaturhaus Kalender 2000
Ich bevorzuge natürliches Licht in Innenräumen, möglichst ohne Lampen, ohne Blitzlicht, gelegentlich mit einem Reflektor. Seit der Umstellung 2000 auf digitale Kameras, gelingen Fotos auch bei wenig Licht und mit wesentlich geringerem technischen Aufwand.

Meist ist es auch für die fotografierte Person angenehmer nicht angestrahlt zu werden. Die Routine eines Models sich ad hoc in grellem Licht zu inszenieren, muss einem liegen und will gelernt sein.

Ein fotografisches Portrait kann die Vielseitigkeit einer Person weniger gut abbilden wie ein gemaltes Portrait, wo der Pinsel viele Facetten des Ausdrucks und der Persönlichkeit vermischen kann, die sonst nur mittels einer Fotoserie sichtbar werden.
Vergleichbar ist das jedoch das Endprodukt;  das Portrait ist der Blick der Fotografin auf eine mehr oder weniger unbekannte Person. Ein Bild vom Bild.

Im Zeitalter des Selfies kann ich mir ein Bild meiner selbst knipsen, genau so wie ich mich mag und gesehen werden möchte. Streng gesagt, kann auch ein „gutes Portrait“ nur ein bisschen mehr über diesen Menschen aussagen als ein Passbild.
Und oft frage ich mich, ob denn ein Bild des Wohnraums eines Menschen mehr über ihn aussagen kann,  als sein in einer hundertstel  Sekunde isolierter Gesichtsausdruck.
Sollte denn das Portrait diesen hohen Anspruch erfüllen müssen.

Wenn ich fotografiere nehme ich mir viel Zeit um ein wenig in die Persönlichkeit zu tauchen. Dafür braucht es gegenseitiges Vertrauen. Einen aufmerksamen, langen Blick auf sich ruhen lassen, braucht Vertrauen.  Im Idealfall wird es ein entspanntes Zusammenspiel von Geben und Nehmen, wo ich im Zeitpunkt des Auslösens ein Ausdruck festhalten kann, in dem sich die fotografierte Person „wiedererkennt“.

Mittlerweile fotografiere ich keine Menschen mehr, die aussehen möchten wie ein Model oder Filmstar im Magazin. Das können andere FotografInnen viel besser. Ich mag den persönlichen Ausdruck, mich interessiert die persönliche Seite des Menschen.

Auch „photoshoppe“ ich nicht allglatt, sondern entferne nur vorübergehende Hautunreinheiten. Falten weichzeichne ich selten, jedenfalls nicht um die Person jünger zu retouchieren. Falten schreiben die  bewegte Lebensgeschichte ins Gesicht und auf den Körper. Insofern sind es gerade die Falten, die einen Einblick in die Person geben können – sollte man einen solchen sichtbar machen wollen.
Ich jedenfalls finde Falten ohnehin schön.

Wenn aber die Pose als Teil einer (Selbst)Inszenierung im Spiel der (Selbst)Darstellung eingesetzt wird, geht es in den Bereich der künstlerische Performance. Das ist spannend.
(siehe Judith Klemenc).